Zwei Ausbildungen, zwei Perspektiven, viele gute Gründe für beide

Das große Interview mit Uli Sambeth und Lutz Ehrlich.

„Agile Consultant Qualifizierung“ und „Die große Berater:innen-Ausbildung“, beide Angebote der MAICONSULTING stehen vor der nächsten Auflage und die Gruppen schon fast bereit.

Im Januar 2023 starten die Agile Consultants, im März Reise Nummer Zwei unseres neuen übergreifenden Ausbildungskonzeptes zur Berater:in.

Zeit für ein Interview mit den beiden Ausbildungsleitern Uli Sambeth und Lutz Ehrlich über Unterschiede, Gemeinsamkeiten und gute Gründe für beide Angebote.

Klassische Einstiegsfrage, jeder mal aus seiner Brille: Worin unterscheiden sich die beiden Angebote?

Uli Sambeth, Leiter der der „großen Ausbildung“ zur Organisationsentwicklung und Transformationsbegleitung: 

„Die Agile Consultant Qualifizierung hat ja ein zentrales Thema und das ist ein fachliches. Da steckt natürlich noch viel mehr drin an Methoden und Tools, aber es geht ganz klar um den Fokus Agilität.

Beim Designen von Entwicklungsprozessen in der Organisationsentwicklung und der Transformationsbegleitung geht es mehr um die Themen Prozesse, Gruppen, „Personen begleiten“ und darum, dabei mehr auf die sozialen Ebene und die sozialen Dynamiken zu schauen.“

Lutz Ehrlich, Leiter der „Agile Consultant Qualifizierung“:

„Ich würde die Beratungskompetenz der MAICONSULTING als ein Dreieck aus Fach- und Expertenberatung, Prozessberatung und Coaching beschreiben. Die Agile Consulting Qualifizierung geht am deutlichsten in den Bereich der Fach- und Expertenberatung. Dabei geht es auch darum, Lösungsideen aufzugreifen, die gut funktioniert haben und diese auch zu verallgemeinern.“

Würdet Ihr Interessierten ein „Entweder-oder“ empfehlen oder ein „Sowohl-als-auch“ und wenn letzteres, in welcher Reihenfolge?

Lutz: Das ist hochgradig abhängig vom Kontext der Teilnehmenden. Die Agile Consultant Ausbildung ist dann sinnvoll, wenn man als Berater:in in Kontexten unterwegs ist, wo Agilität konkret gebraucht wird. Ich treffe häufig auf Menschen, die in ihren Organisationen beratend tätig sind und da taucht plötzlich das Thema Agilität auf und diese Menschen denken dann natürlich: „Ich muss als Berater:in sprechfähig werden, welche Ansätze helfen, welche weniger?“ Für die wäre die Agile Qualifizierung zunächst sinnvoll.

Aber es gibt auch Menschen, die sich breit aufstellen wollen, universal ausgebildet werden wollen. Denen würde ich raten, beides zu machen.“

Uli: „Es ist eine Frage des persönlichen Lernweges und auch welchen Kundenkreis man als Berater:in ansprechen will. Wenn ich in Konzerne gehen will, dann kommt man Agilität überhaupt nicht vorbei. Da kann das Thema Agilitätsausbildung ein Ausgangspunkt sein. Andererseits kann man auch als Prozessbegleiter und mit Organisationsentwicklung starten und das dann durch Agilität vertiefen.“

Mal ein paar Sätze über die Zusammensetzung der Teilnehmer:innen in euren jeweiligen Ausbildungen:

Uli: „Wir sind eineinhalb Jahre unterwegs und wir sehen eine große Heterogenität. Aktuell berichten sie alle am meisten von ihrer persönlichen Entwicklung in der Gruppe und mit der Gruppe. Alles mit dem Blick auf Prozessbegleitung und Organisationsentwicklung.“

Lutz: „Wir haben auf der einen Seite Menschen, die als interne oder externe Berater:in tätig sind oder sein wollen und wir haben Führungskräfte, also Menschen, die ihre Organisation verändern möchten, dafür Impulse suchen und ihre eigene Veränderungskompetenz erhöhen wollen.

Beide Gruppen nehmen viel Verständnis dafür mit, welche Facetten einer Organisation beim Einsatz agiler Herangehensweisen berührt werden. Darüberhinaus gehen wir auch auf Fragen ein, wie: „Wie steuert man das komplette Portfolio einer ganzen Organisation, was sind alternative Organisationsformen und wie kann man Führungsarbeit teilen?“

Wenn Ihr an konkrete Situationen in Euren Ausbildungen denkt, die veranschaulichen, was Teilnehmer:innen mitnehmen können, was fällt Euch da ein?

Uli: Wir haben eine beispielsweise eine Führungskraft, die bisher interner Treiber in Change-Prozessen war, und dabei sogar angefragt wird, für innovative Impulse in diesen Prozessen zu sorgen, die explizit gesagt hat: „Jetzt erkenne ich, warum manche Change-Prozesse nicht funktioniert haben. Und jetzt habe ich Methoden, die mir helfen, künftige Change-Prozesse so aufzusetzen, dass sie wirksam sein können.“

Zweites Beispiel: Eine schon erfahrene Beraterin hat in der Ausbildung erkannt: „Ich habe mich bisher nicht getraut, meinem Gefühl, meiner Intuition zu folgen.“ Dazu haben wir sie in der Gruppe ermutigt und dann auch darin gefestigt, diese Ebene in ihre Beratungstätigkeit mit reinzunehmen.“

Lutz: „Was mich immer wieder beeindruckt: Unsere Teilnehmer:innen fassen unglaublichen Mut. Sie haben oft ein diffuses Gefühl: „Irgendwas fühlt sich in meiner Organisation nicht richtig an.“ In unserer Ausbildung bekommen sie erstmals Worte, um ihren Schmerz und ihre innere Spannung zu beschreiben. Und dazu bekommen sie noch Fallberatung und Rückhalt in der Clique, in der sie innerhalb der Ausbildung arbeiten. Ich weiß von Gruppen, die sich noch Jahre nach der Ausbildung unterstützen und beraten.“

Vielen Dank für dieses Gespräch. Jetzt überlassen wir es den interessierten Leser:innen, für welche der beiden Ausbildungen sie sich entscheiden. In jedem Fall eine gute Wahl:

»Agile Consultant«-Qualifizierung-2023

Die große Berater*innen-Ausbildung Nummer 2