Neu in Berlin: Supervision für Rechtsanwält*innen

Raus aus den eingefahrenen (Lösungs-)Mustern. Unser neues Angebot in der Hauptstadt. Jetzt anfragen!

Warum gibt es so wenig Supervisionsangebote für Rechtsanwält*innen?

Diese Frage stellte mir meine Nachbarin Katrin. Sie ist Anwältin für Familienrecht in Berlin und hatte mir bereits mehrere Male ihr Leid geklagt, dass sie niemanden hat, mit dem sie auf professionelle Art über ihre Arbeit reden kann. Dabei gibt es gerade im Familienrecht besondere Herausforderungen. Beim Umgang mit Menschen, ihren persönlichen Geschichten und Konflikten, ihren Schicksalen und manchmal auch Tragödien ist eine hohe emotionale Kompetenz gefragt. Und häufig rutscht die Rechtsanwältin oder der Rechtsanwalt in die Rolle eines Coaches für Zwischenmenschliches. Meine Nachbarin meinte, sie würde sich darüber gerne mit Kolleg*innen austauschen oder mit anderen ExpertInnen. Als sie mich das letzte Mal darauf ansprach, machten meine Kolleg*innen und ich Nägel mit Köpfen. Wir entschieden, Rechtsanwält*innen – speziell im Familienrecht – ein Supervisionsangebot in Berlin zu machen.

Im Folgenden beschreiben wir dieses neue Angebot, denn Supervision lebt von den interessierten Menschen, die Lust haben, sich Zeit für die „Themen hinter den Themen“ zu nehmen bzw. auch eine Chance darin sehen, komplexe Fragen gemeinsam mit anderen zu betrachten und zu bearbeiten. Oder Sie gehen gleich zur Anmeldung und weiteren Infos hier .

Was ist Supervision?

Supervision ist eine Form der Beratung, die zur Reflexion eigenen Handelns anregen, sowie die Qualität professioneller Arbeit sichern und verbessern soll. Als OrganisationsentwicklerInnen und Coaches begleiten wir seit zwei Jahrzehnten Führungskräfte und Gruppen aus unterschiedlichen beruflichen Fachrichtungen mit Gruppen- und Einzelsupervision. Es ist eine wirksame Form, Situationen mit hoher Komplexität und dynamischen Veränderungen differenziert zu betrachten. Und es ermöglicht, in zeitlicher Kürze sehr intensiv und lösungsorientiert eigene Fälle zu besprechen.

Spannungsfelder Person, Rolle, Institution, Beteiligte der Gegenpartei und Mandant*in

Die Beratungsinhalte der Supervision speziell für Rechtsanwält*innen ergeben sich aus den Spannungsfeldern von Person, Rolle, Richter*in, Gegenpartei und Mandant*innen, sowie den gegebenen Rahmenbedingungen. Meist sind es zwischenmenschliche Themen, die besonders herausfordernd sein können und dafür werden Juristen nicht ausreichend ausgebildet. 

Rechtsanwält*innen finden sich in ihrer täglichen Arbeit mit den Ansprüchen und Erwartungen vieler unterschiedlicher Personen konfrontiert. Hier sind Spannungen und Dilemmata vorprogrammiert. In der Supervision betrachten wir das ganze „System“, machen das Thema dadurch klarer und erweitern die Handlungsoptionen.

Ablauf einer Supervision

Damit das Thema relevant für die Supervision ist, sollte es 

  • … aktuell anstehen
  • … noch ungelöst sein
  • … durch den Themengeber maßgeblich beeinflussbar sein.

Falls mehrere Fälle in der Gruppe vorhanden sind, bestimmt die Gruppe, welches Thema zuerst behandelt werden soll. Nach der Priorisierung erfolgt die eigentliche Supervision in sieben Schritten:

Eine besondere Methode während der Supervision: der Perspektivwechsel

Eine mögliche methodische Herangehensweise des Supervisors ergänzt die Möglichkeiten der Gruppe z.B. durch einen Perspektivwechsel, bei dem der Fallgeber bewusst in die unterschiedlichen Rollen schlüpft, die in seinem Thema auftreten. So kann er aus diesen Rollen heraus das Thema betrachten. Der Perspektivwechsel ermöglicht, das unterschiedliche Verhalten der beteiligten Personen besser zu verstehen – auch wenn man es deshalb nicht für richtig oder gut halten muss. Viele Konflikte lassen sich lösen, ohne dass die andere Konfliktpartei bei der Reflexion anwesend ist. Auch lassen sich in der Gruppe verschiedene Lösungsoptionen durch-„spielen“ und dadurch wird klarer, welcher Lösungsweg passend sein könnte.

Eine Einladung:

In der kollegialen Supervision analysieren und reflektieren wir gemeinsam psychologisch herausfordernde Praxisfälle oder belastende berufliche Situationen. Dabei nutzen wir neben unserer psychologischen Expertise auch das Wissen bzw. die Erfahrung der Gruppe und erhalten dadurch alternative Lösungsansätze.

Die Supervision hilft dabei, die oben beschriebenen Spannungsfelder aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten und damit auch die Handlungsoptionen zu vergrößern. Wir sind als Menschen dazu geneigt, in immer gleicher Weise auf ein Problem zu reagieren (mehr desselben) – so dass oftmals ein Problem nicht wirklich gelöst wird. Während der Supervisionssitzung erhält der sogenannte Fallgeber durch den Supervisor und die Gruppe neue Lösungsideen und kann aus diesen Ideen auswählen, welcher Ansatz am passendsten scheint und ihn dann ausprobieren. 

Organisatorisches

Die Gruppe trifft sich in fester Zusammensetzung regelmäßig alle 4-6 Wochen und insgesamt mindestens 10 Mal. Beim jeweiligen Folgetreffen wird darauf geschaut, welche Lösungsoption aus der vorausgegangenen Sitzung der Fallgeber gewählt hat, wie er das Thema bearbeitet hat und wie wirksam dies war. Diese Besprechungen sind für die Gruppe genauso hilfreich wie für den Fallgeber, denn die meisten Themen kennen die TeilnehmerInnen aus eigener Erfahrung. Wir nutzen also bei der Supervision das Erfahrungswissen der Gruppe; durch sie entsteht eine Multiperspektivität, alle lernen daraus. Stellen Sie sich einen Kuchen vor: Sie sehen bei der Lösungssuche lediglich ein Kuchenstück, eine weitere Teilnehmerin sieht ein anderes Stück usw. Gemeinsam in der Gruppe entsteht der Blick auf den ganzen Kuchen.

Anmeldung und weitere Infos finden Sie hier

Supervision Supervision für Rechtsanwälte in Berlin

Nicole Große

Ich bin eine leidenschaftliche Anpackerin, humorvolle Provokateurin und gebe Leichtigkeit in Gruppen, um schwere Themen angehen zu können.

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